im gedenken an

Leo Fischer wurde am 20. Mai 1959 geboren und wuchs mit seiner älteren Schwester und seinem jüngeren Bruder auf dem Bauernhof seiner Eltern in Oberrieden auf. Er besuchte die Volksschule in Oberrieden und die Hauptschule in Pfaffenhausen und machte anschließend eine Lehre als Elektriker bei der Firma Klement in Oberrieden, die er erfolgreich abschloss.

Da ihm ein großes musikalisches Talent mit in die Wiege gelegt worden war und der Vater bei der Musikkapelle Oberrieden das Tenorhorn spielte, erlernte er zusammen mit seinem Bruder Josef ab dem Jahre 1971 ebenfalls dieses Instrument. 1974 lernte er auf Posaune um. Durch qualifizierte Ausbilder, viel Fleiß und Ehrgeiz wurde so aus ihm ein brillanter Musiker und ausgezeichneter Solist, der sein Können in vielen Auftritten unter Beweis stellte. Es war sein großes Ziel, Musiker bei der Bundeswehr zu werden und so absolvierte er 1977 sein Vorspiel beim Luftwaffenmusikkorps 1 in Neubiberg mit Bravour.

Nach der Grundausbildung in Regensburg kam er 1979 an das Ausbildungsmusikkorps der Bundeswehr nach Hilden in Nordrhein-Westfalen, wo er 4 Jahre blieb und die Ausbildung als Orchestermusiker an der Musikhochschule Düsseldorf durchlief, die er mit dem Abschlussdiplom und der Note „sehr gut“ bestand. Anschließend wurde er zum Heeresmusikkorps 10 nach Ulm versetzt, wo er bis zuletzt als Berufssoldat im Range eines Stabsfeldwebels tätig war.

Von 1974 bis 1985 spielte er bei der Stadtkapelle Bad Wörishofen die 1. Posaune und war bis 1989 deren Dirigent. Von 1990 bis 2004 war er Dirigent des Musikverein Stöttwang im Landkreis Ostallgäu. Bei der Musikkapelle Oberrieden war er fast 40 Jahre. Er leitete sie von 1996 bis 2010. Viele Kinder und Jugendliche hat er in dieser Zeit ausgebildet, die heute den Stamm vieler Musikkapellen ausmachen. 2007 gründete er mit seiner Ehefrau den Noten- und CD-Service Leo Fischer (heute: Staccato Notenservice Leo Fischer).

Ein einschneidendes Ereignis erlebte er im Oktober 2002, als er einen tragischen Verkehrsunfall erlitt. Wochenlanges Koma und monatelange Krankenhaus- und Reha-Aufenthalte folgten. Dank ärztlicher Kunst wurde er gut wiederhergestellt, aber ein Leberschaden blieb zurück. Trotzdem konnte er seinen Dienst bis zuletzt nachgehen und ein normales Leben führen.

Am 27. Mai 2006 ging er die Ehe mit Barbara Schwele ein. Leo Fischer war ein bodenständiger Mensch, der nie seine Wurzeln vergessen hat. Er baute hier in Oberrieden 1987 ein Haus und nahm den täglichen Weg zum Dienst nach Ulm ohne Klagen in Kauf.

Er war ein Mensch mit Familiensinn, er versorgte seine Mutter bestens und das Wohl der Kinder seiner Geschwister lag ihm sehr am Herzen. Seine eigenen zwei Kinder durfte er leider nicht mehr sehen, da er nach einem 14tägigen Klinikaufenthalt, bei dem ihn seine schwangere Ehefrau treu begleitete, an den Spätfolgen seiner Erkrankung verstarb.
Sterbedatum: 23. September 2011 Universitätsklinik Tübingen

leo fischer